Ernährungsberatung für Sportler

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Bei Sportlern – insbesondere im leistungsorientierten Bereich sowie im Kraft- und Kampfsport – verschiebt sich der Fokus der Ernährungsberatung: Weg von der reinen Gewichtsreduktion, hin zu maximaler Performance, optimierter Regeneration und langfristiger Belastungsverträglichkeit.

 

1. Energiebilanz & Periodisierung

Das Fundament muss exakt an den Trainingszyklus angepasst werden:

Bestimmung des Aktivitätslevels: Präzise Erfassung des Leistungsumsatzes (Berücksichtigung von Trainingsvolumen, Intensität und Alltagsaktivität).

Verfügbarkeit von Energie (Energy Availability): Sicherstellung, dass trotz hohen Energieverbrauchs genug Kalorien für hormonelle und immunologische Prozesse übrig bleiben (Prävention des RED-S / Relativen Energiemangels im Sport).

Kalorische Periodisierung: Anpassung der Zufuhr an Trainingsphasen (z. B. Matchday/Wettkampf vs. Restday, Deload-Wochen, Off-Season vs. Vorbereitung).


2. Makronährstoff-Optimierung           (Performance-Fokus)

Makros werden hier nicht nur als Kalorien, sondern als funktionelle Werkzeuge eingesetzt:

Proteine (Strukturerhalt & Hypertrophie):

Der Bedarf liegt im intensiven Kraft- und Kampfsport meist bei 1,6 bis 2,2 g pro kg Körpergewicht (bei extremem Kaloriedefizit zum Muskelschutz teilweise auch höher).

Fokus auf die Leucin-Schwelle (ca. 3 g Leucin pro Mahlzeit zur maximalen Triggerung der Muskelproteinsynthese).

Kohlenhydrate (Der Treibstoff):

Steuerung je nach Trainingsintensität (3 bis 7+ g pro kg Körpergewicht).

Sicherung voller Glykogenspeicher für hochintensive, anaerobe Belastungen (z. B. Sparring, schwere Lifts).

Fette (Hormonsynthese & Gelenke):

Mindestens 1 g pro kg Körpergewicht (oder ca. 20–30 % der Gesamtkalorien).

Fokus auf essenzielle Fettsäuren zur Unterstützung des Testosteronspiegels und zur Entzündungshemmung (Omega-3).


3. Nutrient Timing (Mahlzeiten-Taktung)

Wann gegessen wird, entscheidet über die Qualität der Trainingseinheit:

Pre-Workout (Energie & Fokus): Leicht verdauliche Kohlenhydrate und moderates Protein ca. 1–3 Stunden vor dem Training. Minimierung von Fett und Ballaststoffen, um den Magen-Darm-Trakt bei intensiver Belastung nicht zu belasten.

Intra-Workout (Leistungserhalt): Bei Einheiten über 60–90 Minuten (z. B. lange Matten- oder Krafteinheiten) schnelle Kohlenhydrate (Maltodextrin/Cluster Dextrin) und Elektrolyte im Intra-Workout-Shake.

Post-Workout (Regeneration): Schnelle Wiederauffüllung der Glykogenspeicher und Zufuhr von hochwertigem Protein (z. B. Whey oder EAAs) zur Einleitung der Reparaturprozesse.

Protein-Distribution: Gleichmäßige Aufteilung der Proteinzufuhr alle 3–5 Stunden über den Tag.

 

4. Hydration & Elektrolytmanagement

Wasser- und Salzverlust begrenzen die Leistung oft noch vor den Glykogenspeichern:

Schweißverlust-Analyse: Ermittlung des individuellen Flüssigkeitsverlusts durch Wiegen vor und nach intensiven Einheiten.

Flüssigkeitszufuhr: Faustregel sind mindestens 35–40 ml pro kg Körpergewicht plus ca. 1 Liter pro intensiver Trainingsstunde.

Elektrolyte: Fokus auf Natrium, Kalium und Magnesium – insbesondere bei starkem Schwitzen im Kampfsport (Gym-Klima, Schutzkleidung), um Krämpfen und ZNS-Ermüdung vorzubeugen.

 

5. Evidenzbasierte Supplementation & Biohacking

Im Sportbereich wird die Supplement-Liste spezifischer und leistungsorientierter:

Performance & Kraft: Kreatin-Monohydrat (Dauereinnahme ca. 0,1g/kg Körpergewicht zur ATP-Regeneration), Beta-Alanin (Pufferung von Laktat bei Belastungen von 1–4 Min.), Koffein (fokussierter Einsatz vor Schlüssel-Einheiten).

Regeneration & Longevity: Hochdosiertes Omega-3 (EPA/DHA) für Herz und Gelenke, Vitamin D3/K2 für Knochendichte und Immunsystem, sowie Magnesium (z. B. Bisglycinat) am Abend zur ZNS-Beruhigung und Schlafoptimierung.

 

6. Sonderszenarien                  (Gewichtsmanagement & Weight Cut)

Speziell im Kampfsport oder bei Gewichtsklassensportarten ein kritisches Thema:

Sicheres "Making Weight": Strukturierter Übergang von Fettabbau in der Off-Season zu einem kontrollierten, kurzfristigen Wasserentzug (sofern sportlich notwendig), ohne die Nierenfunktion oder die Performance am Kampftag zu zerstören.

Rehydration-Strategie: Wissenschaftlich fundiertes Auffüllen von Flüssigkeit, Glykogen und Elektrolyten in den Stunden zwischen Waage und Wettkampf.

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